#090 | Warum „Schubladendenken“ menschlich ist und wie wir flexibel bleiben

Shownotes

In dieser Episode erfährst du, …

  • warum Bewerten ein natürlicher und energieeffizienter Prozess des menschlichen Gehirns ist
  • welche Gefahren in vorschnellen Urteilen und Zuschreibungen lauern
  • wie stark die gewählte Sprache unsere eigene Stimmung und die Wahrnehmung anderer beeinflusst
  • weshalb Bewertungen in Auswahlprozessen unvermeidbar, aber reflektionsbedürftig sind
  • dass Bewertungen nicht statisch sein müssen, sondern flexibel an neue Umstände angepasst werden können
  • wie Veränderungen im Umfeld oder Team die Bewertung einer Person komplett drehen können
  • warum es wichtig ist, sich der eigenen Bewertungsmechanismen bewusst zu werden
  • wie du durch eine neutrale Beobachtung emotionale Eskalationen vermeiden kannst
  • welchen Einfluss positive oder negative Erwartungshaltungen auf unseren Fokus haben
  • wie eine bewusste Entscheidung gegen eine Bewertung zu mehr Freiheit im Handeln führt

Dr. Christina Fritz, Führungskräfte-Coach und Teamtrainerin, Praxisbetriebswirtin, Zahnärztin

Eva Walling, Supervisorin, Coach, Trainerin, Diplom-Kauffrau

  • Expertin zu den Themen Führung, Kommunikation und Organisationsentwicklung
  • eva walling consulting
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Transkript anzeigen

00:00:00: Du siehst jemanden und hast sofort aufgrund von Kleidungsstil oder anderen Äußerlichkeiten auch schnell ein Bild zu einer politischen Gesinnung, einer religiösen Einordnung.

00:00:16: Dann geht schnell die Schublade auf, Typ rein!

00:00:18: Schublad dazu!

00:00:31: Hallo liebe Christina.

00:00:33: Habt ihr heute auch so trübes, schlechtes Wetter?

00:00:37: Ja sehr!

00:00:38: Sehr es ist so fissellig, üsselig neblich grau dunkel.

00:00:46: ja die Sonne dürfte gerne noch mal rauskommen für mich.

00:00:49: und ist das schlechtes wetter für dich?

00:00:51: Ja was heißt schlecht?

00:00:53: Ne ne es könnte viel schlechter sein.

00:00:55: aber worauf zielst du ab?

00:00:57: Ja, ich nehme das immer mal wieder so wahr.

00:01:02: Gerade beim Wetter ist es ein schönes Beispiel für mich, dass sehr stark bewerten, ob was Gutes und was Stechteswetter ist.

00:01:10: Es gibt ja auch Leute die lieben den Winter und andere sagen, bleib mir weg mit dem Winter eigentlich kannst du immer zwanzig bis fünfzwanzig Grad durchgängig haben!

00:01:21: Und ich erlebte es eben jetzt tatsächlich, dass die Menschen sagen ja sie finden das eigentlich gut und schön, dass sich das Wetter verändert.

00:01:28: Das Wetter sich verändert finde ich auch schön.

00:01:29: aber ich gehöre tatsächlich zu den Menschen, die nach zwei Tagen Schnee sagen okay jetzt reicht's.

00:01:33: also ich brauche das überhaupt nicht, das nervt mich im Verkehr.

00:01:36: man kann nicht vernünftig laufen immer glatt als so, das nerft mich irgendwie nach ein paar Tagen brauche ich nicht.

00:01:43: Aber...ja genau!

00:01:45: Das heißt du hast auch entschieden, dass es dich nervt?

00:01:48: Ja genau

00:01:50: Ja, das finde ich.

00:01:51: Ich bin da glaube ich bei mir Sprache so sehr interessiert und auch durch meine Coachingsupervisions- und Platiationsausbildung sprachlich sehr fokussiert und merke da sind eben überall Bewertungen drinnen.

00:02:05: ja

00:02:07: also dass Wetter ist so und so Das nervt mich damit das macht was mit mir.

00:02:14: wenn nicht wenn ich wenn ich mich entscheide zu sagen das nervt Dann habe ich auch gleich eine andere Stimmung dadurch.

00:02:21: Ist

00:02:21: so, definitiv!

00:02:22: Ja ist so... Also es geht ja heute um das Thema Bewertung.

00:02:27: also wirklich wie und was bewerten wir?

00:02:30: Und das heißt ja immer mal wieder auch gerade Führungskräfte sollten raus aus der Bewertungen und bewerden is schlecht.

00:02:38: dann möchten wir so gerne entlasten und sagen bewerten ist nicht schlecht, bewerten sind menschlich ja.

00:02:42: Bewerten ist völlig normal.

00:02:44: Wir bewerten die ganze Zeit und immer ausgestattet, ja?

00:02:50: So waren wir schon als Steinzeitmenschen.

00:02:53: Wir mussten immer bewerten, droht Gefahr haben wir einen Freund oder Feind vor uns ist.

00:02:57: also das ist so...

00:02:59: Effizient ist es auch, ne?

00:03:00: Also das absolut!

00:03:01: Aus der menschlichen Geschichte kann man sagen Bewertung ist effizient und trotzdem hat's halt Risiken.

00:03:09: Genau.

00:03:10: Und vorallem gemeinert kann schlechte Stimmung machen, kann eng führen Führt auch dazu, dass du irgendwie falsche Rückschlüsse eventuell ziehst.

00:03:20: Wenn du für dich im Kopf hast und der Mensch ... Der war letztes Mal schon so.

00:03:26: Deswegen ist er ja auch so?

00:03:28: Ja oder auch meine Gemeinefalle.

00:03:31: Ich hatte mal eine Führungskraft.

00:03:32: die hat mir beim ersten Zusammentreffen gesagt.

00:03:34: Ach du innerst mich total an meine kleine Schwester!

00:03:40: Du darfst mal raten wie es weitergegangen ist.

00:03:46: Ich habe sie an jemandem erinnert und damit was in ihr ausgelöst.

00:03:50: Ja, ja...

00:03:52: Was auch immer spielt keine Rolle aber das macht mir die Sache schwerer ist einfach so.

00:03:58: Das sind so Zuschreibungen?

00:03:59: Ach du bist immer so eine Fröhliche oder du bist so ne Powerfrau!

00:04:05: Das löst ja in dem Gegenüber etwas aus.

00:04:08: Aha, ich muss also immer die Fröhliche sein.

00:04:09: Ich muss hier mal die Starke sein, weil du das so von mir denkst und ansonsten löst das wiederum was in dir auswendig mich nicht so verhalte wie du denkst dass ich bin.

00:04:21: Total!

00:04:22: Ja oder du siehst jemandem und hast sofort aufgrund von Kleidungsstil oder anderen Äußerlichkeiten auch schnell ein Bild zu einer Vielleicht einer politischen Gesinnung zu einer religiösen Einordnung oder, oder.

00:04:39: Dann geht schnell die Schublade auf Typ rein Schublad dazu.

00:04:44: Bei Bewerbungen ist man dafür ja deutlich sensibler geworden dass durch die Untersuchung klar wurde zum Beispiel wenn da bestimmte Vornamen oder auch vielleicht komplizierteren nicht gleich sich vorstellen Ausdruckbare Nachnamen sind, dass da andere Reaktionen drauf erfolgen als auf andere Vor- oder Nachnahmen.

00:05:11: Genau, hängt immer davon ab wie derjenige, der das gerade beurteilen soll selber geprägt ist

00:05:16: und wie reflektiert der Mensch dazu auch?

00:05:19: Also kann ja das wahrnehmen.

00:05:20: ach guck mal.

00:05:21: jetzt habe ich den Namen gelesen und hab gleich das Bild von der kleinen Schwester vor mir.

00:05:25: oder war es auch immer?

00:05:29: Wir müssen eben Auswahlprozess bewerten.

00:05:32: Anders geht es ja gar nicht, wie soll das denn?

00:05:35: Wie soll es denn sonst gehen?

00:05:36: Wir müssen bewerten, weil

00:05:38: wir wollen... Ich will wissen ist die geeignet oder nicht

00:05:40: geeignete.

00:05:40: Genau!

00:05:40: Wir wollen den bestmöglichen für diesen Posten haben.

00:05:43: der ideal in dieses Team passt und ich muss bewerten so neutral kann ich da gar nicht drauf gucken.

00:05:50: ja ich muss gucken wer passt da ins team und wer kann da gut performen?

00:05:54: und ich finde das immer Wahnsinn wenn man dann bestimmte Berufsgruppen oder bestimmte Gesellschaftsgruppe bevorzugt.

00:06:03: Ich muss in so einem Auswahlprozess einfach gucken, wer passt bei mir jetzt hier auf diesem Fleck als am besten?

00:06:10: Und ich muss bewerten und nach bestimmten Kriterien bestimmte Menschen rausschmeißen.

00:06:15: Anders geht es ja gar nicht!

00:06:16: Ja weil wenn ich jetzt dreißig Bewerber auf eine Stelle habe, ich kann nicht dreißige Leute nehmen nur um fair zu sein wie soll das gehen?

00:06:23: Also auch wenn ich ganz tolerant bin, bewerte ich trotzdem Weil ich eben, also in dem Arbeitskontext trotzdem die geeignete für diesen Zusammenhang geeignetste Person finden möchte.

00:06:37: So meinst du glaube ich

00:06:38: noch mal.

00:06:39: In

00:06:39: Kurzfassung.

00:06:40: Genau ja sehr schön zusammengefasst.

00:06:42: Danke

00:06:44: Ja ärgert

00:06:46: dich das?

00:06:48: Oder ärgart es dich?

00:06:50: Jetzt kommst du immer... Es gibt ja so Momente wo Worte auf die Goldwaage kommen und mich auf der Goldwaager auch einfach nur noch nerven.

00:07:01: Also wenn ich gerade von irgendwas tierisch genervt bin, wollen sagen, das ist jetzt gerade Äzzen!

00:07:06: Und dann mein Gegenüber sagt ärgert es dich oder ärgerst du dich?

00:07:12: Das ist der Moment wo bei mir der Drucktopf knallt.

00:07:14: ja also dass das macht mich so akro.

00:07:18: Ich ärgere mich jetzt grade und ob es mich ärgerte oder ob ich mich ärge oder was auch immer da sind dann so Haarspalte rein.

00:07:27: Das macht mich wahnsinnig.

00:07:30: Ich weiß, dass auch da nervt es mich, treffe ich eine Entscheidung

00:07:34: usw.,

00:07:34: ja bei manche Dinge... Wir sind hier alle nicht Buddha und ich glaube jeder hat so seine Themen auf die Palme bringen.

00:07:43: Und wenn man da gerade am Klettern ist und auf die Palm steigt, dann kommt irgendjemand mit so einer Formulierung.

00:07:49: Ergattest Dich oder ärgerst Du Dich?

00:07:52: Was ist da gerade los?

00:07:54: Das ist nicht der Moment.

00:07:56: Genau, also der Moment passt dann eigentlich nicht und nicht sehr so.

00:07:59: trotz macht Sprache und die sprachliche Bewertung in dir selber ganz viel aus als wenn du sagst ich habe ein anderes Beispiel Ich bin traurig oder da ist Traurigkeit Oder ich spüre da eine Traurigkeit.

00:08:17: Also wenn ich sage, ich bin traurig oder ich bin jetzt sauer, sagen wir mal so... Ich bin jetzt sauer!

00:08:23: Dann geht richtig die Energie in einem hoch.

00:08:26: Das macht physiologisch was mit dir weil dann ist die ganze Persönlichkeit in diesem Moment sauer und das ist etwas anderes.

00:08:35: Wenn ich sage oh da is echt Ärger die ich da spüre, dann ist das ein Teil von mir.

00:08:44: Also so könnte man es differenzieren.

00:08:45: Da ist man nicht immer offen für wenn man gerade oben auf der Palme ist wie man das vielleicht gerade nicht differenziert betrachten und letztendlich lote sich aber trotzdem damals auf die eigene Spure zu Spurensuche zu gehen.

00:08:57: was löst?

00:08:58: Was in mir aus?

00:08:59: welche Bewertung?

00:09:00: und dass machen Worte Gedanken unfassbar viel aus.

00:09:03: hat man auch untersucht dass das tatsächlich physiologischen Unterschied macht?

00:09:09: Du meinst, dass dieses ich bin einfach sehr, sehr kraftvoll ist.

00:09:13: Ich bin das und das.

00:09:15: Ja also es stiftet ja Identität?

00:09:18: Genau!

00:09:19: Also ich bin ein glücklicher Mensch oder da spüre ich einen Glück.

00:09:24: Ich würde mal behaupten niemand ist immer glücklich.

00:09:27: Nee aber... Nö, aber unterm Strich kann man doch auch mit gewissen Schwankungen sich als glückliche Mensch bezeichnen.

00:09:38: Find ich schon!

00:09:39: Ja, kann man genau.

00:09:42: Es macht und es macht was mit dem eigenen Gefühl ganz deutlich aus wenn ich mich so identifiziere.

00:09:48: Ja finde ich schon.

00:09:50: Und wenn ich sage Ich bin ein unglücklicher Mensch dann macht das eben auch etwas mit der eigenen Identität.

00:09:57: Total, ja total.

00:09:58: Also ich gehe zum Beispiel als Mensch durch Leben und denke ich habe so viel Glück.

00:10:03: Ich hab wirklich wahnsinnig viel Glück bisher in meinem Leben gehabt.

00:10:09: Super wie schön wenn du das sagen kannst oder?

00:10:10: Ja!

00:10:11: Und sicherlich wenn ich jetzt Revue passieren lassen würde und mal kritisch reflektieren würde... ...ich hatte mit Sicherheit auch sehr viele doch weniger ungünstige Dinge zu verarbeiten.

00:10:23: Weniger günstige Dinge meinst du?

00:10:24: ne?!

00:10:25: weniger günstige Dinge.

00:10:27: Und gleichzeitig ist ja wichtig was steht unterm Strich, also wie empfinde ich das und warte auf das nächste Glück oder warte ich aufs nächstes Unglück?

00:10:38: Wenn ich irgendwie die Brille auf habe, auch irgendwie hab' ich immer Glück dann... Dann gehe ich auch mit einem anderen Blick einfach durch die Welt.

00:10:49: Und wenn der nächste Mensch mir ein Parkticket weiterreicht, weil er jetzt wegfährt und ich muss keinen ziehen ... Ich guck mal, hab' ich schon wieder Glück gehabt?

00:10:55: Ja!

00:10:56: Ich bestätige ja dann meinen eigenen Bios... ...und suche immer wieder nach Bestätigung für das was ich eh schon glaube.

00:11:03: Und letztendlich ist es ja auch immer wieder eine neue Bewertung.

00:11:06: Ach guck ma da

00:11:06: ne?!

00:11:07: Da bestätig ich mir das wieder.

00:11:08: Ach guck ma!

00:11:09: Da hatte ich ja wieder Glück.

00:11:10: Guck mal wie da einen Menschen getroffen.

00:11:12: Wieder ein Euro auf der Straße gefunden.

00:11:14: weiß ich, so kleine Dinge die sonst vielleicht auch in einem vorbeiziehen.

00:11:18: Ja das macht unfassbar viel Fokus aus je nachdem wie ich das bewerte.

00:11:23: und das geht eben sowohl in die günstige und schöne Richtung sag' ich jetzt mal was auch immer schön für jeden ist als auch in die andere Richtung.

00:11:32: und deswegen ist es eben so wertvoll sich damit mal auseinanderzusetzen.

00:11:36: Wie bewerte zum Beispiel Wetter, das Glück des eigenen Leben.

00:11:45: Die die Person wir gegenüber, das Verhalten der Personen gegenüber.

00:11:49: und was löst das in mir für Gefühle aus?

00:11:52: Für Bewertungen?

00:11:55: Und was hat es zur Folge wenn ich das so bewerte?

00:11:58: Was ist dann mein Handlungsimpuls daraus?

00:12:01: oder meinen Denkimpuls

00:12:03: genau?

00:12:03: und dass ist das worum es ja eigentlich geht?

00:12:04: was mache ich denn damit?

00:12:07: also

00:12:08: Die Bewertung an sich ist ja erstmal neutral,

00:12:10: ne?

00:12:10: Genau.

00:12:11: Aber es hat eben eine Folge.

00:12:13: üblicherweise und diese Folge ist eben interessant weil die sich gabeln kann oder verästeln können.

00:12:20: Genau.

00:12:21: Und da... Wie definitiv

00:12:22: meine Bewertungen sind.

00:12:23: Genau!

00:12:24: Da wird einfach nochmal Selbstwirksamkeit deutlich, lasse ich mich von den Umständen runterdrücken, hemmen eingrenzen wie auch immer oder sage ich scheiß egal dass draußen glatteis ist gehe ich halt eine andere rute oder was weiß ich ja Bei schlechtem Wetter nehme ich andere Kleidung oder, oder.

00:12:43: Oder muss ich mich jetzt deswegen als Opfer auf Sofa setzen und sagen, oh es regelt

00:12:46: ja seit Wochen

00:12:47: man kommt gar nicht vor die Tür.

00:12:50: Mir wird mal ganz depressiv bei dem Wetter das liegt ja bitte immer noch in meiner Hand.

00:12:54: also solange keine Unwetter-Warnung ist und man darf das Haus nicht verlassen habe ich jederzeit die Möglichkeit mich frei zu bewegen.

00:13:03: Ja und jetzt im Arbeitskontext nochmal die Personen sagt irgendwas zu mir, mein Gegenüber und meine Wege.

00:13:12: Das ist heute wieder ein Dreckswetter!

00:13:15: Und dann kann ich aus der Stimmung mache eine Bewertung wenn ich eventuell sage okay die Person sagt das so frustriert, der Person geht es jetzt nicht gut.

00:13:27: Er zieht mich auch runter.

00:13:30: Ich bewerte das negativ und habe den Eindruck, der geht es nicht gut.

00:13:33: Und ich merke dann ja ne, da geht's mir auch nicht gut und dann lasse ich mich darauf ein und bewerte dass äußerlich und inhaltig entsprechend in diese Richtung.

00:13:42: genauso gut könnte ich aber auch sagen ach finde blödes wetter okay.

00:13:46: also ich fand eigentlich lustig weil ich hab eine schöne rutschpartie hin gelegt hat mich so auf den hinteren gelegt aber ich fands lustig Ab jetzt einen kleinen blauen Fleck oder okay.

00:13:56: Ja, ja und halt Regenwetter bei dem Wetter und dann kein Problem.

00:14:00: ich fahr trotzdem Fahrrad oder so ist immer die Frage wie man auch reagiert.

00:14:04: es gibt ja da hatten wir schon mal eine Folge sonst müssten wir das unbedingt auch machen doch hatten wir mit diesem mit diesem geteiltes Leid des halbes Leids und doppelte Freude, geteilte Freudes, doppelten

00:14:15: Freuden.

00:14:16: Es gibt einfach Menschen wenn die jetzt sagen, oh dieses Wetter und das sieht an der Fall runter.

00:14:23: Wenn man da jetzt so positiv kontert dann werden sie doppelt negativ.

00:14:29: Gibt's auch ja.

00:14:30: Die werden die drücken dann noch einlegen, noch eine oben drauf um zu beweisen wie schlimm es aber doch wirklich ist.

00:14:37: Ja

00:14:39: dann gehts weniger glaube ich uns bewerten als um überzeugen wollen.

00:14:43: Genau genau genau.

00:14:44: Und auch dass darf ich wahrnehmen.

00:14:46: also wirklich unfassbar viel mit einer Selbstwahrnehmung zu tun der Situation, der Deutung.

00:14:57: Die Deutungen ist eben tatsächlich die Folge der Bewertung.

00:15:04: Was ja auch so sein kann ... Du hast das vorhin gesagt es wird immer bewertet.

00:15:12: wenn ich sage ich muss alles offen lassen.

00:15:20: Ich muss mich mit allem und jedem arrangieren, dann engt das ja auch irgendwie ein.

00:15:26: Ja finde ich schon.

00:15:29: Weil ich eben nicht eng führen darf.

00:15:31: also es ist so bisschen wie das was gesagt dass du möchtest mal oben auf deiner Palme sein.

00:15:37: wenn du da oben nicht sein darfst weil das meint ich von dir unkorrekt gedeutet wird oder vom gegenüber sanktioniert wird dann ängte ich das ein, weil du kannst dich in deinem eigenen Ausdruck und deine eigene Gefühlslage gerade nicht so ausleben wie du es gerne möchtest.

00:15:53: Ja das zum einen.

00:15:54: auf der anderen Seite finde auch immer wieder wichtig dass ich mich gerne wenn es möglich ist mit Menschen umgebe mir den ich mich gern umgehebe Und das führt natürlich auch zu einer Bewertung.

00:16:05: und wenn ich da so offen sein muss Es darf ja jeder sein, wie er will.

00:16:12: Das ist für mich das oberste Prinzip aber es muss ja nicht immer bei mir im gleichen Büro sein.

00:16:18: Also es darf hier jeder sein wie er wird, aber manche sollen das bitte woanders tun und da können sie's dann auch machen.

00:16:25: Aber ich möchte mir meinen Umfeld gerne mitgestalten weil es einfach sinnvoll ist und effizient ist und auch viel mehr Spaß macht wenn man sich Wenn man Menschen um sich herum hat, die müssen nicht gleich sein.

00:16:37: Aber es muss möglich sein ein Floh zu geraten.

00:16:40: Das ist einfach läuft miteinander

00:16:43: und wir haben eben auch so was wie Sympathie und Antipathie Und können auch nicht immer und permanent reflektieren und ständig etwas wegdrücken was uns vielleicht stört an der anderen Person

00:16:54: Genau.

00:16:55: Und manche Sachen kann man vielleicht mit ganz viel Mühe, Engagement und so weiter passend machen.

00:17:03: Manche Sachen aber auch einfach nicht weil ich möchte ehrlich gesagt das Gegenüber nicht verbiegen müssen.

00:17:09: Ich möchte den anderen auch nicht das Gefühl geben sie müssen anders sein um hier passend zu sein.

00:17:16: Weißt du, was ich meine?

00:17:18: Manche müssen sich so arg verbiegen um irgendwie ins System zu passen.

00:17:23: Da gehören sie dann ehrlicherweise auch einfach nicht hin weil das ist einfach...

00:17:28: Für beide Seiten unbefriedigend!

00:17:30: Ja also ich finde auch mal ein bisschen... Also muss ein bisschen aufpassen mit der Wort, weil ich bin ja manchmal sehr plakativ unterwegs aber eine artgerechte Haltung.

00:17:42: Ein guter Platz zum Wachsen Ja.

00:17:45: Also der eine ... Wie bei Pflanzen, wie bei Tieren?

00:17:49: Dem tut was eigentlich gut!

00:17:50: So ist es doch auch beim Menschen.

00:17:52: Manche Dinge tun einem einfach gut und manche einfach nicht.

00:17:56: Und warum soll ich mich dann umerziehen nur um irgendwie passen zu sein?

00:18:03: das ist doch irgendwie auch nicht gut.

00:18:05: Gleichzeitig jetzt ist es ja auch so dass sich mich verändern kann.

00:18:07: Total.

00:18:07: Ich nehme mal Beispiel ... Ich fantasiere jetzt mal, sagen wir mal früher Ist mir Technik wahnsinnig schwer gefallen und mich in Programme da rein zu fuchsen, fand ich abartig lästig.

00:18:24: Und irgendwann habe ich mal ein Programm lernen müssen und hab festgestellt aber das ist ja total geil!

00:18:29: Das macht mir eigentlich Spaß und ich fühle mich da wie im Tunnel und freue mich wenn ich es dann hinterher gecheckt habe.

00:18:35: und seitdem habe ich total Bock auf solche Programme ist jetzt bei mir persönlich nicht unbedingt der Fall, aber tatsächlich punktuell so.

00:18:43: Also ich ändere vielleicht meine Identität.

00:18:45: Ich hatte früher das Gefühl von mir, nee, ich kann Technik nicht und habe es auch nach außen kommuniziert und so bin ich auch bewertet worden.

00:18:55: Nee die ist nichts für Technik.

00:18:58: Die müssen wir für was anderes wählen.

00:19:00: Und dann wenn ich mich weiterentwickelt hab und festgestellt hab doch, dass ist jetzt meins gegenüber bleibt aber bei der Bewertung und nimmt das gar nicht wahr, dass ich mich da verändert habe.

00:19:11: Dann findet keine Entwicklung auch statt.

00:19:14: Total ja genau dann bleibt die alte Bewertungen, die alte Bewertung und es wird gar nicht nochmal neu geprüft.

00:19:21: sind die Umstände jetzt vielleicht auch andere?

00:19:23: also manchmal ist es einfach so, dass sich gar nicht der Mensch primär jetzt ändert sondern dass sich die Umstände manchmal auch ändern.

00:19:30: Das gibt's ja auch.

00:19:31: oder

00:19:32: entweder Lebensumstände ändern sich gesamte Wertekonzept.

00:19:36: Also ich kenne einige Menschen, die ihre Werte noch mal überdacht haben nachdem irgendwo Krankheit ins Spiel kam oder ein Schicksalsschlag oder so.

00:19:46: dann ändern sich plötzlich die Dinge und dann ändern sie auch Einstellungen, dann ändern Sie Verhaltensweisen, dann ändern sich die Muster gar nicht vorher, die auf dem Radar waren plötzlich super gut passen.

00:20:02: Weil einfach die Umstände sich geändert haben.

00:20:05: oder auch Konstellation im Team.

00:20:09: Dass Menschen eigentlich total verurscht und still und keine Ahnung was.

00:20:13: und dann verschwindet eine Person aus dem Team und plötzlich blühen Menschen auf.

00:20:16: Die finden die Stimme wieder und finden ihren Platz.

00:20:20: Oder es kommt jemand neu ins Team hinzu und versprüht auf einmal einen ganz anderen Spirit im Team.

00:20:26: Und auf einmal flutscht der ganze Laden wieder ganz anders, ne?

00:20:29: Total!

00:20:30: Genau oder so was.

00:20:32: Manchmal muss gar nicht jemand gehen, manchmal kommt jemand Neues dazu... ...oder auch ein Umzug.

00:20:37: Manchmal machen Räume auch ganz viel, ne?

00:20:39: Weil Neugier ist eine Praxis mit der ich zusammenarbeite umgezogen.

00:20:42: Gleiches Team, gleiche Konstellation, gleich alles andere Räumen und die haben so Bock!

00:20:50: Die sprühen über vor Energie und Arbeitsfreude und ja da sind einfach nur die Umstände andere.

00:20:57: Die Menschen sind eigentlich die gleichen aber auf einmal haben sie mehr Bock.

00:21:01: Kennst du das aus dem Urlaub, dass du in Italien oder Frankreich trinkst so einen Feldwald und Wiesenwein?

00:21:06: Und sagst, oh was für ein traumhafter Wein.

00:21:09: Oh!

00:21:09: Und das Wetter und alles ist wunderbar.

00:21:11: Der sagt ihn nehme ich unbedingt mit der schmeckt so gut der Wein und zu Hause spekt er ja halt doch irgendwie nach einem moderigen Sofa oder so.

00:21:24: Das ist eigentlich alles gleiche die Umstände sind anders genau

00:21:27: Genau.

00:21:27: Und dann sind die unsere Bewertungen.

00:21:29: der andere, weil es ist einfach nicht nur eins oder null sondern es kommt immer ganz viel dazu was uns auch zu unserer Bewertung trägt sage ich mal

00:21:41: Und das finde ich eben tatsächlich total interessant, wie sehr wir dasselbe auch steuern können.

00:21:46: Also ich kann morgens wenn was es sich mir fällt schon gleichmorgens etwas runter, dann kann ich sagen oh das ist ja ein beschissener Tag weil es fängt ja schon mal gut an.

00:21:56: also gleich ist mir schon mal was runter gefallen.

00:21:59: Ich kann aber auch für mich entscheiden ach guck mal da möchte ich jetzt eigentlich irgendwas in.

00:22:04: mir ist jetzt unterwegs und möchte diesen tag in die blöde Richtung deuten.

00:22:10: Ich entscheide mich jetzt dafür, das einfach mal neutral zu bewerten.

00:22:13: Aha!

00:22:13: Da ist mir was runtergefallen.

00:22:15: Weiter geht es.

00:22:16: Dann nimmt der Tag höchstwahrscheinlich eine andere Richtung weil ich ihn anders deute.

00:22:21: und dann kommt das, was du vorhin auch gesagt hast.

00:22:23: Du guckst dann immer wieder mit der Brille... ...der heutigen Tagesbrille anders auf die Situation?

00:22:29: Ja

00:22:30: Ja, ich hab mal... Mir ist das gar nicht so bewusst geworden.

00:22:33: Aber scheinbar seit Jahren sind die Kinder ganz klein.

00:22:37: immer wenn mir was hinfällt sage ich oh fliegende Messer, oh fliegende Tassen.

00:22:42: und irgendwann ist mein Sohn mal was hingefallen.

00:22:44: da sagt der Oh Mama Fliegende Messer!

00:22:47: Also das ist so drin dass sich also ich ärger mich nicht wenn mir etwas hin fällt oder Scheiße oder Mist.

00:22:54: Ja, eine fliegende Tasse ist halt auch nur und fliegt dann halt nur einmal.

00:22:57: Eine fliegendes Messer kann man wieder gerade rücken.

00:23:00: aber da musste ich irgendwie so lachen weil das sich scheinbar übertragen hat.

00:23:05: Und dass es wichtig, dass das finde ich total gut, dass du das nochmal ansprichst?

00:23:09: Es macht was mit dem Gegenüber je nachdem wie du die Dinge ansprächst.

00:23:13: Total

00:23:15: Nuggets?

00:23:15: Ja sehr gerne!

00:23:17: Ich starte mal mit Mach dir bewusst dass du immer bewertest.

00:23:21: Wir sind alle nicht budderfrei von der Bewertung, wir bewerten immer ständig jemand betritt den Raum, Freund oder Feind.

00:23:29: ja etwas passiert gut oder schlecht das ist normal und das ist auch ein Stück weit energieeffizient.

00:23:36: das wird es tun.

00:23:38: Ja genau.

00:23:40: Willst du gleich noch die nächsten Lacke

00:23:41: dran hauen?

00:23:42: Ja genau dann hänge ich in zweit noch dran entscheidend dass wir aus der Bewertung rauskommen, sondern macht dir bewusst wie du mit deiner Bewertungen umgehst.

00:23:51: Also was machst Du dann damit?

00:23:53: Darum geht es ja!

00:23:54: Jetzt habe ich eine Bewerting, gehe ich deswegen jetzt schlechter wenig wertschätzen oder sonst wie mit jemand anders um- oder nicht?

00:24:01: Was mache ich denn deswegen jetzt

00:24:02: damit?!

00:24:03: Ich kann ja auch bewerten und gleichzeitig sehr wertschätzend freundlich und höflich mit anderen umgehen selbstverständlich... Und trotzdem ist da eine Bewertung.

00:24:17: Da geht es uns eigentlich darum, dass wir einfach bewusst mit der Bewertungen umgehen in dir und auch in Bezug auf andere Menschen, andere Situationen, andere Dinge.

00:24:26: Bewertungsansicht sind nichts Schlechtes, sondern eben der Umgang damit braucht einen angemessenen.

00:24:33: Dann schließe ich mal den dritten Nugget an.

00:24:35: Bewerbungen sind letztendlich flexibel.

00:24:37: Es ist clever deine Bewertunge immer wieder zu beleuchten Vielleicht mal mit der rosa-roten Brille, vielleicht auch mal mit dem Scheinwerfer oder was auch immer.

00:24:48: Und dann zu entscheiden wie möchte ich die Dinge eigentlich bewerten?

00:24:53: Finde ich das immer noch angemessen so damit umzugehen?

00:24:56: Ja also sie sind flexibel und es lohnt sich die immer mal wieder neu zu beleuchten.

00:25:01: Ab und zu auf den Prüfstand.

00:25:02: damit ne?

00:25:02: Ja genau.

00:25:05: Ciao!

00:25:09: Dann lass gerne deine positive Bewertung da und teile den Podcast mit Menschen, die dir wichtig sind.

00:25:15: Würf auch gerne einen Blick in die Show-Notes!

00:25:18: Dort findest du hilfreiche Tipps und weiterführende Infos.

00:25:22: Ist zum nächsten

00:25:22: Mal.

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